Professor Dr. Wilhelm Barthlott
Informationen
- Persönliches
- 1946-1967 Geboren am 22.06.1946 in Forst bei Bruchsal (Baden-Württemberg), Grundschule am Geburtsort, Abitur 1966 in Bruchsal; anschließend Grundwehrdienst Bundeswehr.
- Studium
- 1968-1973 Studium der Biologie an der Universität Heidelberg mit den Nebenfächern Chemie, Physik und Geographie, Abschluss Diplom 1972. Promotion 1973 zum Dr. rer. nat. in Heidelberg bei Werner Rauh mit einem Thema zur Systematik und Biogeographie epiphytischer Kakteen.
- Berufliche Tätigkeiten
- 1974-1981 Wissenschaftlicher Assistent in Heidelberg am Institut für Systematische Botanik und Pflanzengeographie mit zwei Forschungsschwerpunkten: (1) Einsatz hochauflösender Raster-Elektronenmikroskopie zur Systematik, Struktur und Funktion pflanzlicher Grenzflächen. (2) Biogeographisch-tropenökologische Arbeiten mit längerfristigen Aufenthalten in Ecuador, Brasilien sowie der Elfenbeinküste. Habilitation 1981 und Ernennung zum Privatdozenten.
- 1982-1985 Professor (C3) und Abteilungsleiter am Institut für Systematische Botanik und Pflanzengeographie der Freien Universität Berlin.
- 1985-2002 Professor (C4) und Direktor am Botanischen Institut und des Botanischen Gartens der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Aufbau eines Lehr- und Forschungsprogrammes mit den Schwerpunkten Systematik, Biodiversität und Bionik, Ausbau des Botanischen Gartens der Universität. Mitarbeit bei der Einrichtung eines Aufbaustudienganges „Ökologie und Umwelt“, Mitarbeit bei der Akademischen Selbstverwaltung (unter anderem Vorsitzender der Fachgruppe Biologie, mehrfach Geschäftsführender Direktor des Institutes). 2002 Neustrukturierung des Botanischen Gartens, der mit dem ehemaligen Landwirtschaftlich-Botanischen Garten 2002 zu einer Zentralen Einrichtung vereinigt wird, Umstrukturierung der Botanik in drei kooperierende Institute.
- Ab 2003 Geschäftsführender Direktor des neugegründeten Nees-Institutes für Biodiversität der Pflanzen, gleichzeitig Direktor der Botanischen Gärten der Universität; Direktor am Zentrum für Lateinamerikaforschung der Universität und Leiter der Forschungsstelle „Biodiversität im Wandel“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz.
- Mitgliedschaften, Auszeichnungen und Sonstiges
- Seit 1996 Zweitmitgliedschaft in der Landwirtschaftlichen Fakultät und seit 2002 Mitglied des Senats der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn. 1989 Ruf auf den Lehrstuhl für Spezielle Botanik der Universität Mainz (abgelehnt). Tätigkeit im Wissenschaftlichen Beirat zweier Leibniz-Institute und im Vorstand mehrer Gesellschaften. Tätigkeit in mehreren nationalen und internationalen Komitees, zzum Beispiel Nationalkomitee Mensch und Biosphäre, 1992 Gründung des Verbandes Botanischer Gärten e.V. und 2003 Gründung eines Deutschen Sekretariats von Botanic Gardens Conservation International (BGCI Deutschland), 1997-1999 als Gründungsekretär eines nationalen Sekretariats der UNESCO-Kommission DIVERSITAS. Mitglied in zwei Graduiertenkollegs, Gutachterliche Tätigkeiten (zum Beispiel 1992-1997 Fachgutachter der DFG).
- Akademien: Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz, der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften Düsseldorf, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina sowie Foreign Member der Linnean Society London.
- Auszeichnungen: 1997 Beckurts-Preis für wirtschaftlich-innovative Grundlagenforschung, 1998 Nominierung Zukunftspreis des Bundespräsidenten, 1999 Philip-Morris-Preis, 1999 Deutscher Umweltpreis, 1998 Orden Andrés Bello des Präsidenten der Republik Venezuela, 2001 Treviranusmedaille des Verbandes Deutscher Biologen, 2002 GlobArt Award (Österreich) für grenzüberschreitendes innovatives Denken und 2002 Cactus d'Or des Fürstentums Monaco, 2004 Scientist in Residence der Universität Duisburg-Essen, 2005 Innovationspreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, 2006 Erster Preis des Hochschulwettbewerbes „Patente Erfinder“ des Landes Nordrhein-Westfalen
- Forschungsgebiete
- Biodiversitätsforschung: Geographische Verteilung globaler Biodiversität und ihrer kausalen Abhängigkeiten basierend auf Gefäßpflanzen. Diversiät tropischer Sonderstandorte (Modellsysteme Epiphyten und Inselberge). Geographische Schwerpunkte: Südamerika, Westafrika und Madagaskar mit zahlreichen teilweise langfristigen Forschungsaufenthalten. Biodiversität und ihre Erhaltung und Nutzung in Botanischen Gärten und in Megadiversitätsländern (zum Beispiel Biodiversity - A Challenge for Development Research and Policy: Springer 1998 und 2001).
- Systematik und Ökologie bestimmter Blütenpflanzengruppen (Kakteen, Orchideen, Lentibulariaceen und andere Fleischfressende Pflanzen, altertümliche Angiospermen), vor allem auch unter Einsatz ultrastruktureller (REM von Wachsen und Samen) und molekularer Methoden.
- Biologische Grenzflächen: basierend auf hochauflösender Raster-Elektronenmikroskopie (REM) und Atomic Force Microscopy (AFM) Strukturanalyse vorwiegend pflanzlicher cuticularer Oberflächen mit Schwerpunkt Epicuticulare Wachse. Funktionen mikro- und nanostrukturierter biologischer Oberflächen: Basierend auf unserer Entdeckung selbstreinigender Oberflächen an Lotus weitergehende Analysen superhydrophober selbstreinigender biologischer Grenzflächen.
- Technische Grenzflächen, Bionik und Lotus-Effekt: in enger Zusammenarbeit mit rund 15 Industriepartnern. Entwicklung technischer mikro- und nanostrukturierter superhydrophober selbstreinigender Oberflächen mit erheblichem wirtschaftlichem Potential.
- Publikationen: Das Publikationsverzeichnis umfasst über 320 Arbeiten, darunter etwa ein Dutzend Buchpublikationen.
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